Brauche ich eine Überweisung vom Hausarzt oder kann ich direkt zu Therapeut:innen gehen?
Nein, Sie können direkt einen Termin mit mir vereinbaren.
Was ist der Unterschied zwischen Psychologischen Psychotherapeut:innen, Ärztlichen Psychotherapeut:innen, Psychiater:innen und Heilpraktiker:in für Psychotherapie?
Staatlich approbierte Psychologische Psychotherapeut:innen (Psycholog:innen mit therapeutischer mind. 3 bis 5-jähriger Zusatzausbildung) machen in Deutschland i.d.R. Analytische, Tiefenpsychologisch fundierte, Systemische oder Kognitive Verhaltenstherapie durch Gespräche, dürfen aber keine Medikamente verschreiben.
Psychiater:innen sind Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie und können Medikamente verschreiben.
Ärtzliche Psychotherapeut:innen sind staatlich approbierte Ärzt:innen mit einer anderen Facharztqualifikation und einer Zusatzweiterbildung in Psychotherapie.
Heilpraktiker:innen für Psychotherapie benötigen keine spezielle Berufsausbildung im Gesundheitswesen, nur eine Überprüfung beim Gesundheitsamt. Meist können die Kosten nicht von den Gesetzlichen oder Privaten Krankenversicherungen übernommen werden.
Wie finde ich einen freien Therapieplatz?
Als Privatversicherte/r Patient:in oder Selbstzahler:in am besten über Therapeutensuchen wie die der Psychotherapeutenkammer des jeweiligen Bundeslandes oder therapie.de und den Filter Abrechnung.
Als Gesetzlichversicherte/r Patient:in am besten direkt über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116117 oder das Onlinebuchungssystem) über Therapeutensuchen wie die der Kassenärztlichen Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes (KV Hessen)
Am besten eine kurze Email schreiben (Versicherungsstatus, Kontaktdaten, zeitliche Flexibilitäten) oder direkt (falls vorhanden: zu den Sprechzeiten) bei Praxen anrufen.
Wie lange sind die Wartezeiten?
Wartezeiten liegen oft bei mehreren Wochen bis Monaten, je nach Region, in Städten kürzer, in ländlichen Gegenden oft deutlich länger. Bei Psychotherapie lässt sich in der Regel schwer vorhersagen wie lange eine Therapie schlussendlich gehen wird, daher lassen sich meist leider keine genauen Angaben machen.
Wie läuft das Erstgespräch ab?
In der ersten i.d.R. 50-100-minütigen Sitzung lernt man sich gegenseitig kennen. Sie schildern Ihr Anliegen, Ihre Symptome, aber auch was Sie als Mensch ausmacht und wie Ihr Leben aussieht. Ich stelle viele Fragen und wir prüfen gemeinsam, ob die Zusammenarbeit für uns beide organisatorisch, inhaltlich und menschlich passt. Außerdem überlegen wir gemeinsam welche Optionen von Unterstützung (auch neben Therapie) es gibt. Falls das erste Gespräch noch nicht ausreicht gibt es danach weitere Kennenlernsitzungen zur Diagnostik und weiteren Erhebung von Daten.
Reichen meine Beschwerden aus?
Ja, es braucht keinen bestimmten Schweregrad. Wenn Sie etwas belastet und Sie Unterstützung möchten, ist das ausreichend Grund zu einem Erstgespräch zu kommen. Es ist Aufgabe der Therapeut:innen herauszufinden, ob eine Psychotherapie oder eine andere Form der Unterstützung sinnvoll sind.
Wie merke ich, ob die Chemie stimmt?
Du hast nach den ersten Sitzungen ein gutes Bauchgefühl, fühlst dich ernst genommen und kannst offen sprechen.
Kann ich wechseln, wenn es nicht passt?
Ja, jederzeit. Das ist normal und kein Problem.
Ist alles vertraulich?
Ja, es gilt die ärztliche Schweigepflicht. Ausnahmen gibt es nur bei akuter Gefahr für dich oder andere.
Gibt es Risiken und Nebenwirkungen einer Psychotherapie?
Ja, auch wenn bis heute leider nur unzureichend darüber aufgeklärt wird. Ein guter Therapeut/eine gute Therapeutin bespricht solche möglichen negativen Effekte offen mit dir und passt das Vorgehen an, wenn etwas nicht guttut.
Falls Sie gerade überlegsen, eine Therapie zu beginnen, und die folgenden Punkte Sie verunsichern oder Sie im Laufe der Therapie Nebenwirkungen bemerken, können und sollten Sie diese Bedenken jederzeit direkt ansprechen.
Beispiele für Nebenwirkungen sind:
- Emotionale Erschöpfung: Sitzungen können anstrengend sein. Planen Sie, wenn möglich, danach ausreichend Zeit für sich ein.
- Abhängigkeit von der Therapie: In seltenen Fällen entwickeln Menschen eine starke emotionale Bindung an die therapeutische Beziehung, die den Alltag oder andere Beziehungen beeinträchtigen kann. Dem kann durch ausreichende Therapiepausen und „Ausschleichen“ der Therapie entgegengewirkt werden.
- Beziehungsveränderungen: Wenn sich durch die Therapie eigene Muster oder Bedürfnisse verändern, kann das bestehende Beziehungen (Partnerschaft, Familie) belasten – manchmal führt Therapie auch zu Konflikten und Trennungen.
- Kein Erfolg: Therapie wirkt nicht bei jeder Person gleich gut. Manche erleben gar keine spürbare Verbesserung. Das kann an verschiedensten Gründen liegen.
- (Vorübergehende) Verschlechterung oder Chronifizierung: Wenn belastende Themen aktiv bearbeitet werden, können Symptome wie Angst, Traurigkeit oder Schlafprobleme zunächst zunehmen, bevor sie besser werden oder sich auch weiter verschlechtern. Auch hierfür gibt es zahlreiche Gründe. Manchmal stellt sich im Verlauf einer Therapie auch heraus, dass ein stationärer Klinikaufenthalt sinnvoller ist als die weitere ambulante Therapie.
- Fehldiagnosen oder falsche Methodenwahl: Wenn Verfahren oder Diagnose nicht zum eigentlichen Problem passen, kann die Therapie wenig bringen oder in seltenen Fällen sogar schaden (z. B. bei unsachgemäßer Traumaarbeit).
Wirkt sich Therapie auf Versicherungen (Private Krankenversicheurng, Berufsunfähigkeitsversicherung) oder Verbeamtung aus?
Sowohl bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung als auch dem Wechsel in bzw. zwischen Privaten Krankenversicherungen ist eine Psychotherapie relevant für die Gesundheitsfragen beim Vertragsabschluss – am besten vor Beginn der Therapie abklären. Es sind aber auch alle ggf. bei anderen Ärzt:innen vergebenen Diagnosen relevant. Diese können bei der Versicherung jederzeit erfragt und ggf. auch mit den Ärzt:innen besprochen werden.
Bei der Verbeamtung wird eine amtsärztliche Untersuchung gemacht, die eine Therapie in der Vergangenheit berücksichtigen kann, aber in der Regel kein automatisches Ausschlusskriterium ist.

